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Web-App oder native App? Entscheidungshilfe für KMU

Bei etwa der Hälfte der App-Anfragen raten wir zur Web-Applikation. Hier ist der Entscheidungsbaum, den wir dabei verwenden.

Webstra · 7 Min. Lesezeit · 07.07.2026
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themaTechnik
lesezeit7 Min.
stand07.07.2026
abschnitte6
faq3 Fragen
Mobile App und Web-Applikation im Vergleich
inhalt
  1. Die drei Varianten
  2. Fünf Fragen zur Entscheidung
  3. Kostenvergleich
  4. Was eine Web-App heute kann
  5. Was sie nicht kann
  6. Der praktische Mittelweg

«Wir brauchen eine App» ist eine der häufigsten Aussagen im Erstgespräch. In etwa der Hälfte der Fälle ist unsere Antwort: Wahrscheinlich nicht — und die Kunden sind hinterher zufrieden mit dieser Antwort. Hier ist die Überlegung dahinter.

Die drei Varianten

Web-Applikation. Läuft im Browser, auf jedem Gerät. Keine Installation, keine Store-Freigabe. Auf dem Handy kann sie als Symbol auf den Startbildschirm gelegt werden und verhält sich dann weitgehend wie eine App.

Native App. Wird installiert, kommt aus dem App Store oder von Google Play, hat vollen Zugriff auf Gerätefunktionen. Klassisch getrennt für iOS und Android entwickelt, heute meist mit einer geteilten Codebasis.

Hybride Variante. Eine Web-Anwendung, die in eine App-Hülle verpackt wird. Klingt nach dem Besten aus beiden Welten, ist in der Praxis oft der schlechteste Kompromiss: die Store-Pflichten einer App ohne deren Vorteile.

Fünf Fragen zur Entscheidung

  1. Muss es ohne Internetverbindung funktionieren? Wirklich ohne, nicht nur bei schlechtem Empfang. Wenn ja, spricht viel für eine native App. Baustellen im Untergeschoss und Bergregionen sind die typischen Fälle.
  2. Brauchen Sie Push-Nachrichten? Nachrichten, die auch bei geschlossener App ankommen. Web-Apps können das inzwischen auf Android gut und auf iOS eingeschränkt. Wenn Push zentral ist, spricht das für nativ.
  3. Brauchen Sie tiefen Gerätezugriff? Kamera für Fotos geht im Browser. Dauerhafte Standortverfolgung im Hintergrund, Bluetooth-Geräte, NFC oder Hintergrundverarbeitung gehen nur nativ.
  4. Ist der App Store selbst wichtig? Wenn Kunden Sie dort suchen sollen, brauchen Sie eine App. Für interne Werkzeuge spielt das keine Rolle.
  5. Wie oft wird sich die Anwendung ändern? Bei häufigen Änderungen ist der Store ein Hindernis: jede Version braucht eine Prüfung, und alte Versionen bleiben bei Nutzern liegen, die nicht aktualisieren.

Wenn Sie alle fünf Fragen mit Nein oder «nicht wichtig» beantworten, brauchen Sie keine native App.

Kostenvergleich

postenweb-applikationnative app
Entwicklung GrundumfangBasisrund das Doppelte
TestaufwandBrowseriOS + Android + Gerätevielfalt
Store-Einreichungentfällt2–4 Personentage plus Store-Gebühren
Aktualisierungsofort für alleStore-Prüfung, Nutzer müssen aktualisieren
Wartung pro JahrBasisrund das Dreifache

Der laufende Unterschied ist wichtiger als der einmalige. Apple und Google ändern regelmässig Anforderungen; wer nicht nachzieht, fliegt aus dem Store. Diese Pflege fällt bei einer Web-Anwendung weg.

Was eine Web-App heute kann

Diese Liste ist in den letzten drei Jahren deutlich länger geworden. Vieles, was 2020 zwingend nativ war, geht heute im Browser.

Was sie nicht kann

Der praktische Mittelweg

Für viele Projekte empfehlen wir folgende Reihenfolge: Zuerst die Web-Applikation bauen. Sie ist schneller fertig, günstiger und deckt Desktop und Mobile gleichzeitig ab. Nach einigen Monaten Einsatz zeigt sich, ob wirklich etwas fehlt, das nur eine native App liefern kann.

Wenn ja, wird die App gebaut — auf demselben Datenmodell und derselben Gegenstelle, die bereits läuft. Der Zusatzaufwand ist dann deutlich kleiner als eine Entwicklung von null, weil die halbe Arbeit schon getan ist.

Die teuerste App ist die, die nach der Store-Freigabe von zwölf Personen installiert und von vier benutzt wird.

Ein Kriterium, das häufig unterschätzt wird: Wie kommt die App auf die Geräte? Bei internen Werkzeugen mit privaten Handys ist die Installation eine echte Hürde. Eine Web-Anwendung öffnet man über einen Link.

Entwicklung einer mobilen Anwendung

Häufige Fragen

Wann braucht man wirklich eine native App?

Wenn die Anwendung ohne Internet funktionieren muss, zuverlässige Push-Nachrichten braucht, tiefen Gerätezugriff wie Bluetooth oder NFC benötigt oder im App Store gefunden werden soll. Trifft nichts davon zu, genügt eine Web-Applikation.

Was kostet eine App im Vergleich zur Web-Applikation?

Eine native App kostet im Grundumfang rund das Doppelte einer vergleichbaren Web-Applikation. Wichtiger als dieser einmalige Unterschied ist die laufende Wartung: Sie liegt bei einer App etwa dreimal so hoch, weil Apple und Google ihre Anforderungen regelmässig ändern und wer nicht nachzieht, aus dem Store fliegt.

Kann eine Web-App die Kamera nutzen?

Ja, inklusive Barcode-Scan. Auch lokale Speicherung, Standortabfrage, Dateiupload und Zahlungen über TWINT oder Karte funktionieren im Browser. Nicht möglich sind dauerhafte Hintergrund-Standortverfolgung, Bluetooth-Geräte und NFC.

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