«Was kostet das?» ist die erste Frage in jedem Erstgespräch und die, auf die Anbieter am ungernsten antworten. Das hat einen sachlichen Grund — und einen unsachlichen. Wir gehen beide durch und nennen danach konkrete Zahlen.
Warum Preisauskünfte so vage sind
Der sachliche Grund: Software wird nicht in Quadratmetern gemessen. Zwei Anwendungen, die von aussen gleich aussehen, können sich im Aufwand um den Faktor fünf unterscheiden — je nachdem, wie viele Sonderfälle es gibt, mit wie vielen Fremdsystemen gesprochen wird und wie viele Rollen unterschiedliche Ansichten brauchen.
Der unsachliche Grund: Wer früh eine Zahl nennt, verliert Verhandlungsspielraum. Manche Anbieter halten die Zahl deshalb zurück, bis der Kunde emotional investiert ist. Wir halten das für kurzsichtig. Ein Projekt, dessen Budget von Anfang an nicht passt, wird in Monat vier zum Problem für beide Seiten.
Stundensätze in der Schweiz
Die Spannweite ist gross und hat mit der Struktur des Anbieters zu tun, nicht mit der Qualität des Codes.
| anbietertyp | stundensatz | typisch für |
|---|---|---|
| Offshore-Team | CHF 25–55 | Grosse, gut spezifizierte Projekte mit eigener Projektleitung im Haus |
| Freelancer Schweiz | CHF 90–150 | Abgegrenzte Aufgaben, wo eine Person genügt |
| Kleine Agentur / Studio | CHF 120–180 | KMU-Projekte mit direktem Draht zum Entwickler |
| Etablierte Softwarefirma | CHF 160–230 | Grössere Vorhaben mit mehreren Rollen im Team |
| Beratungshaus | CHF 200–300+ | Konzern-Umfeld, Compliance-lastige Branchen |
Webstra liegt im Bereich kleiner Studios. Wir arbeiten allerdings selten auf Stundenbasis, sondern mit Festpreis pro Ausbauschritt, und nennen den Preis erst, wenn wir Ihr Vorhaben kennen — dazu unten mehr.
Ein Hinweis zu Offshore: Der tiefe Satz ist real, die Gesamtkosten sind es oft nicht. Was Sie an Stundensatz sparen, geben Sie in Spezifikationsarbeit, Zeitzonenkoordination und Nacharbeit wieder aus. Für ein KMU ohne eigene technische Projektleitung geht die Rechnung meistens nicht auf.
Projektkosten nach Grösse
Realistische Bandbreiten aus dem Schweizer Markt, quer über verschiedene Anbietertypen:
| umfang | kosten | dauer | beispiel |
|---|---|---|---|
| Kleines Werkzeug | CHF 6'000–15'000 | 4–8 Wochen | Terminbuchung mit Erinnerungen, internes Erfassungstool |
| Fachanwendung | CHF 18'000–45'000 | 3–5 Monate | Kundenportal, Rapport-App, Mandantenportal |
| Umfassendes System | CHF 50'000–120'000 | 6–12 Monate | Betriebssystem mit mehreren Rollen, Schnittstellen, Auswertungen |
| Plattform | CHF 120'000+ | 12+ Monate | Mehrmandantenfähige Software, die Sie selbst weiterverkaufen |
Diese Zahlen decken die Entwicklung ab. Betrieb, Wartung und Weiterentwicklung kommen dazu und liegen erfahrungsgemäss bei 15 bis 25 Prozent der Entwicklungskosten pro Jahr.
Zur Einordnung: Das sind Marktwerte, keine Preisliste von Webstra. Wir nennen Preise auf Anfrage — im kostenlosen Erstgespräch bekommen Sie eine Bandbreite für Ihr konkretes Vorhaben, bevor irgendetwas unterschrieben wird.
Die vier Kostentreiber
1. Anzahl unterschiedlicher Bildschirme
Nicht die Datenmenge treibt den Preis, sondern die Zahl der Ansichten. Eine Liste mit hunderttausend Einträgen kostet gleich viel wie eine mit hundert. Aber jeder zusätzliche Bildschirm mit eigener Logik kostet Tage.
2. Anzahl Rollen
Zwei Rollen sind einfach. Fünf Rollen mit überlappenden Rechten bedeuten, dass jede Funktion fünfmal durchdacht und getestet werden muss. Das ist einer der häufigsten Gründe, warum ein Projekt teurer wird als geschätzt.
3. Schnittstellen zu Fremdsystemen
Jede Anbindung ist ein eigenes kleines Projekt. Gut dokumentierte APIs sind schnell erledigt. Ältere Branchensoftware ohne Schnittstelle kann mehr kosten als die Anwendung selbst.
4. Regulatorische Anforderungen
Gesundheits-, Finanz- und Personaldaten bringen zusätzliche Anforderungen an Protokollierung, Verschlüsselung und Aufbewahrung. Rechnen Sie in solchen Projekten mit 15 bis 30 Prozent Aufschlag.
Versteckte Posten, die in Offerten fehlen
- Datenübernahme: Bestehende Daten aus Excel oder Altsystemen zu bereinigen und zu importieren, ist oft ein eigener fünfstelliger Posten. Fragen Sie explizit danach.
- Schulung und Einführung: Zwei bis fünf Tage, je nach Teamgrösse. Wird gern vergessen und entscheidet trotzdem über den Projekterfolg.
- Drittanbieter-Lizenzen: Kartendienste, SMS-Versand, Zahlungsabwicklung, KI-Modelle. Meist monatlich, meist überschaubar, aber sie summieren sich.
- Betrieb: Hosting, Backups, Monitoring und Sicherheitsupdates. Läuft als monatliches Abo und wird gern übersehen, weil im Angebot nur die Entwicklung steht.
- Weiterentwicklung: Nach sechs Monaten Nutzung kommen immer Anpassungswünsche. Planen Sie ein Kontingent ein, sonst wird jede Kleinigkeit zur Budgetdiskussion.
Festpreis oder nach Aufwand?
Beide Modelle haben ihre Berechtigung, und beide werden regelmässig falsch eingesetzt.
Festpreis funktioniert, wenn der Umfang klar beschrieben ist. Der Anbieter trägt das Risiko und rechnet einen Puffer ein — Sie zahlen also für Sicherheit. Der Nachteil: Jede Änderung wird zur Vertragsdiskussion, und beide Seiten beginnen um Formulierungen zu streiten statt über die beste Lösung zu reden.
Nach Aufwand ist flexibel und fair, wenn beide Seiten sich vertrauen. Ohne Obergrenze ist es allerdings ein Blankocheck.
Wir arbeiten mit einer Mischform, die sich bewährt hat: Das Projekt wird in Ausbauschritte von zwei bis vier Wochen geschnitten. Jeder Schritt hat einen Festpreis und ein definiertes Ergebnis. Nach jedem Schritt entscheiden Sie, ob weitergebaut wird. So kennen Sie Ihr Risiko immer nur für den nächsten Schritt, und keine Seite muss auf einer Spezifikation beharren, die inzwischen überholt ist.
Die wichtigste Zahl in einer Offerte ist nicht der Gesamtpreis, sondern der Betrag, den Sie ausgeben, bevor Sie zum ersten Mal etwas Lauffähiges sehen.
So halten Sie das Budget im Griff
- Erst die schmalste nützliche Version. Nicht die Idealvorstellung, sondern das Minimum, das im Alltag Nutzen bringt. Alles andere kommt danach — mit dem Wissen aus dem echten Einsatz.
- Verlangen Sie eine Aufteilung nach Funktionsbereichen. Eine Offerte mit einer einzigen Zahl ist nicht prüfbar. Mit Positionen sehen Sie, welche Funktion wirklich teuer ist — und können sie streichen.
- Klären Sie den Stundensatz für Änderungen. Nach dem Projekt kommen Anpassungen. Wenn der Satz dann verhandelt werden muss, sitzen Sie am kürzeren Hebel.
- Lassen Sie den Eigentumsübergang schriftlich festhalten. Wem gehören Code und Daten nach der Schlusszahlung? Wenn diese Antwort nicht eindeutig im Vertrag steht, ist der günstige Preis wenig wert.
- Rechnen Sie den Nutzen aus, bevor Sie über den Preis reden. Wenn ein Prozess drei Personen je eine Stunde täglich kostet, sind das bei CHF 80 Vollkosten rund CHF 56'000 im Jahr. Gegen diese Zahl lässt sich eine Offerte beurteilen.
Wenn Sie eine Einschätzung für Ihr konkretes Vorhaben möchten: Wir nennen im Erstgespräch eine Bandbreite, bevor irgendetwas unterschrieben wird. Kostet nichts und ist unverbindlich.
Häufige Fragen
Was kostet Individualsoftware in der Schweiz im Durchschnitt?
Marktweit liegen kleine Werkzeuge zwischen CHF 6'000 und 15'000, Fachanwendungen zwischen CHF 18'000 und 45'000 und umfassende Systeme zwischen CHF 50'000 und 120'000; der Stundensatz kleiner Schweizer Studios bewegt sich zwischen CHF 120 und 180. Das sind Marktwerte — Webstra nennt Preise auf Anfrage und gibt Ihnen im kostenlosen Erstgespräch eine Bandbreite für Ihr konkretes Vorhaben.
Ist Offshore-Entwicklung günstiger?
Der Stundensatz ja, die Gesamtkosten oft nicht. Was an Satz gespart wird, fällt bei Spezifikationsarbeit, Koordination und Nacharbeit wieder an. Für KMU ohne eigene technische Projektleitung geht die Rechnung meist nicht auf.
Festpreis oder Abrechnung nach Aufwand?
Am besten eine Mischform: Das Projekt in Ausbauschritte von zwei bis vier Wochen schneiden, jeder mit Festpreis und definiertem Ergebnis. So ist das Risiko immer nur für den nächsten Schritt offen.
Welche Kosten fallen nach der Entwicklung an?
Betrieb und Wartung liegen erfahrungsgemäss bei 15 bis 25 Prozent der Entwicklungskosten pro Jahr, dazu kommt die Weiterentwicklung. Fragen Sie diesen Posten explizit ab — er steht selten in der Offerte.
Ihr Projekt besprechen?
Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich. Wir nennen eine Bandbreite für Aufwand und Kosten — und sagen ab, wenn es sich nicht lohnt.
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