Lieferplattformen haben Bestellungen für viele Betriebe erst möglich gemacht. Sie kosten aber einen Anteil, der die Marge in der Gastronomie ernsthaft belastet. Hier ist die Rechnung, ohne Schönfärberei in die eine oder andere Richtung.
Die Provisionsrechnung
Ein Take-away mit CHF 12'000 monatlichem Plattformumsatz bei 28 Prozent Provision:
| posten | monat | jahr |
|---|---|---|
| Plattformumsatz | CHF 12'000 | CHF 144'000 |
| Provision 28 % | CHF 3'360 | CHF 40'320 |
| Verbleibt | CHF 8'640 | CHF 103'680 |
Bei einer typischen Rohmarge in der Gastronomie geht ein erheblicher Teil des Deckungsbeitrags an die Plattform. Bei manchen Gerichten bleibt nach Wareneinsatz, Personal und Provision praktisch nichts.
Ein zweiter Punkt wiegt langfristig schwerer als die Provision: Die Kundendaten gehören der Plattform. Sie wissen nicht, wer bei Ihnen bestellt, können niemanden gezielt ansprechen und haben keinen Kanal zum Stammgast.
Was ein eigenes System kostet
| posten | aufwand einmalig | laufend |
|---|---|---|
| Bestellsystem mit Warenkorb und Abholzeit | 7–13 Personentage | — |
| Küchenanzeige | 2–5 Personentage | — |
| Zahlungsanbindung | 1–3 Personentage | ca. 1,5–2,9 % pro Transaktion |
| Hosting, Wartung, Support | — | monatliches Abo |
| Lieferdienst (falls nötig) | — | eigenes Personal oder Fahrdienst |
Aufwand in Personentagen, nicht Preis: So können Sie mit dem Tagessatz Ihres Anbieters selbst rechnen. Was ein Vorhaben bei uns kostet, nennen wir im kostenlosen Erstgespräch.
Entscheidend ist der Vergleich: Statt 28 Prozent vom Umsatz zahlen Sie eine einmalige Entwicklung plus Transaktionsgebühren im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Bei einem Plattformumsatz von CHF 12'000 monatlich sind die eingesparten Provisionen der Massstab, an dem sich die Investition messen lassen muss.
Die Amortisation liegt in dieser Grössenordnung typischerweise im Bereich weniger Monate — wenn der Umsatz tatsächlich über den eigenen Kanal läuft. Und genau da liegt die Schwierigkeit.
Der schwierige Teil: die Gäste umleiten
Ein Bestellsystem zu bauen ist einfach. Gäste dazu zu bringen, es zu benutzen, ist die eigentliche Arbeit. Was in der Praxis funktioniert:
- Beilage in jeder Plattformbestellung. Ein Kärtchen mit QR-Code und einem klaren Vorteil bei Direktbestellung. Der wirksamste einzelne Hebel.
- Preisvorteil offen kommunizieren. Fünf bis zehn Prozent günstiger bei Direktbestellung. Sie sparen deutlich mehr an Provision.
- QR-Code sichtbar im Lokal. Am Tisch, an der Kasse, auf der Verpackung.
- Treueprogramm. Nur auf dem eigenen Kanal. Nach zehn Bestellungen eine gratis — das rechnet sich gegenüber der Provision leicht.
- Bestehende Kanäle nutzen. Wer eine WhatsApp-Gruppe oder einen Newsletter hat, hat den halben Weg schon gemacht.
Realistisch ist, innerhalb von sechs bis zwölf Monaten einen substanziellen Teil der Stammkundschaft umzuleiten. Reine Laufkundschaft und Neukunden bleiben grösstenteils auf der Plattform — und das ist in Ordnung.
Technischer Aufbau
Was ein brauchbares System können muss:
- Bestellung ohne Konto — Zwang zur Registrierung kostet Bestellungen
- Abholzeit wählbar, mit realistischen Zeitfenstern nach Auslastung
- Zahlung per TWINT, Karte, optional bei Abholung
- Küchenanzeige mit Bestelleingang nach Abholzeit sortiert
- Menü in Minuten änderbar, ausverkaufte Gerichte ausblendbar
- Bestellstopp bei Überlastung — ein Knopf, der neue Bestellungen pausiert
- Automatische Bestätigung per SMS oder E-Mail
Der Bestellstopp klingt nebensächlich und ist es nicht. Ein Freitagabend mit dreissig gleichzeitigen Bestellungen und einer Küche, die zwölf schafft, kostet Sie Stammkunden.
Was Plattformen besser können
Fairerweise:
- Neukunden. Menschen suchen dort nach Essen. Diese Sichtbarkeit kaufen Sie sich nicht einfach nach.
- Lieferung. Wenn Sie kein eigenes Fahrpersonal haben, ist der Aufbau aufwendig.
- Vertrautheit. Bezahlvorgang und Verfolgung sind Gästen bekannt.
Deshalb raten wir fast immer zur Kombination und nicht zum Ausstieg: Plattform für Neukunden, eigener Kanal für Stammkunden.
Realistisches Vorgehen
- Zahlen prüfen. Plattformumsatz mal Provision. Unter CHF 1'500 monatlicher Provision lohnt sich der Aufwand meist noch nicht.
- Abholung zuerst. Ohne Lieferung starten, das ist deutlich einfacher.
- Drei Monate Stammkunden umleiten. Beilagen, QR-Codes, Preisvorteil.
- Anteil messen. Welcher Umsatzanteil läuft direkt?
- Erst dann über Lieferung entscheiden. Mit echten Zahlen statt mit Annahmen.
Wir haben Bestell- und Shopsysteme für Betriebe im Raum Zürich und Zug gebaut. Für ein Erstgespräch schauen wir uns Ihre Plattformabrechnung an und rechnen durch, ob es sich lohnt.
Häufige Fragen
Ab wann lohnt sich ein eigenes Bestellsystem?
Ab etwa CHF 1'500 monatlicher Plattformprovision. Bei CHF 12'000 Plattformumsatz und 28 Prozent Provision sind das CHF 3'360 im Monat — gegen diese Zahl lässt sich der einmalige Entwicklungsaufwand beurteilen. Die Amortisation liegt dann meist im Bereich weniger Monate, sofern der Umsatz tatsächlich auf den eigenen Kanal wandert.
Was kostet ein eigenes Bestellsystem?
Für Bestellsystem, Küchenanzeige und Zahlungsanbindung rechnen Sie mit rund zehn bis zwanzig Personentagen einmalig, dazu ein monatliches Abo für Betrieb und Wartung sowie Transaktionsgebühren im niedrigen einstelligen Prozentbereich — statt 28 Prozent Provision.
Kann man ganz auf Lieferplattformen verzichten?
Selten sofort. Realistisch ist, Stammkunden auf den eigenen Kanal zu holen und die Plattform für Neukunden zu behalten. Schon eine Verschiebung von einem Drittel verändert die Marge deutlich.
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Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich. Wir nennen eine Bandbreite für Aufwand und Kosten — und sagen ab, wenn es sich nicht lohnt.
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