Der Kanton Zürich hat die höchste Dichte an Softwarefirmen der Schweiz. Für Auftraggeber ist das gut und schwierig zugleich: Die Auswahl ist gross, aber die Preisspanne reicht vom Freelancer für CHF 900 pro Tag bis zum Beratungshaus für CHF 2'400.
Der Zürcher Markt
Drei Faktoren prägen die Preise hier. Erstens konkurrieren Entwicklungsfirmen mit Banken, Versicherungen und internationalen Tech-Unternehmen um dieselben Leute — das treibt Löhne und damit Sätze. Zweitens ist der Anteil an Projekten mit Compliance-Anforderungen hoch, was Strukturkosten erzeugt. Drittens gibt es viele gut finanzierte Auftraggeber, die höhere Sätze zahlen können, was den Markt für KMU verengt.
Praktisch heisst das: Ein KMU mit einem Projekt für CHF 30'000 ist für viele Zürcher Anbieter zu klein, um interessant zu sein. Das ist keine Böswilligkeit, sondern Rechnung — bei einer Firma mit vierzig Angestellten lohnt sich ein solches Projekt strukturell kaum.
Fünf Anbietertypen
| typ | tagessatz | passend für | risiko |
|---|---|---|---|
| Freelancer | CHF 700–1'200 | klar abgegrenzte Aufgaben | Ausfall, Verfügbarkeit |
| Kleines Studio (2–8 Pers.) | CHF 950–1'450 | KMU-Projekte, direkter Draht | begrenzte Kapazität |
| Mittlere Agentur (10–40) | CHF 1'300–1'850 | mehrere Rollen, längere Projekte | Projektleitung als Zwischenschicht |
| Grosse Softwarefirma | CHF 1'600–2'200 | komplexe, regulierte Vorhaben | hohe Strukturkosten |
| Beratungshaus | CHF 1'900–2'800 | Konzernumfeld | für KMU meist unpassend |
Für die meisten KMU-Projekte im Kanton Zürich sind die ersten beiden Zeilen relevant. Ab etwa CHF 80'000 Projektvolumen wird die dritte interessant, weil dann Ausfallsicherheit im Team zählt.
Was Tagessätze tatsächlich bedeuten
Ein hoher Satz ist weder gut noch schlecht — er sagt vor allem etwas über die Struktur des Anbieters aus. In einem Satz von CHF 1'800 stecken typischerweise Lohn, Sozialleistungen, Büro, Vertrieb, Projektleitung, unproduktive Zeit und Marge. Der Anteil, der bei der Person landet, die Ihren Code schreibt, ist kleiner als viele annehmen.
Entscheidend ist nicht der Satz, sondern die Anzahl Tage. Ein Anbieter für CHF 1'000 pro Tag, der 60 Tage braucht, ist teurer als einer für CHF 1'500, der 35 braucht. Verlangen Sie deshalb immer eine Schätzung in Tagen pro Funktionsbereich — nicht nur eine Endsumme.
Zwölf Fragen an jeden Anbieter
- Wer schreibt den Code konkret — und kann ich mit dieser Person sprechen?
- Wie viele Tage schätzen Sie pro Funktionsbereich?
- Was passiert, wenn die Schätzung nicht hält?
- Wann sehe ich zum ersten Mal etwas Lauffähiges?
- Wem gehören Code und Daten nach der Schlusszahlung?
- Bekomme ich Zugang zum Repository während der Entwicklung?
- Welche fremden Bausteine setzen Sie ein, und was kosten die laufend?
- Wo liegen die Daten, und wer sind die Unterauftragnehmer?
- Was kostet die Wartung nach dem Start, und was ist enthalten?
- Welcher Stundensatz gilt für spätere Änderungen?
- Was passiert, wenn wir uns trennen — wie sieht die Übergabe aus?
- Können Sie zwei Referenzkunden nennen, bei denen ich anrufen darf?
Die Fragen fünf, sechs und elf sind die wichtigsten. Ein Anbieter, der bei diesen dreien ausweicht, sollte nicht in die engere Auswahl.
Warnsignale
- Festpreis ohne Rückfragen. Wer nach einem halbstündigen Gespräch eine verbindliche Zahl nennt, hat entweder einen grossen Puffer eingerechnet oder wird später nachfordern.
- Keine Zwischenergebnisse vor Monat vier. Wenn Sie erst nach der Hälfte des Budgets etwas sehen, tragen Sie das gesamte Risiko.
- Unklare Rechtelage am Code. «Das regeln wir dann» heisst regelmässig: Sie bekommen ihn nicht.
- Technologie ohne Begründung. Wenn ein Anbieter dasselbe Werkzeug für jedes Projekt vorschlägt, verkauft er, was er kann, nicht was passt.
- Keine Aussage zum Betrieb. Wer nur bauen will und den Betrieb nicht anspricht, hat den teuersten Teil des Lebenszyklus ausgeblendet.
Regionale Anbieter ausserhalb der Stadt
Ein Punkt, der oft übersehen wird: Am linken und rechten Zürichseeufer, im Oberland und im Unterland sitzen Anbieter mit deutlich tieferen Strukturkosten, die dieselbe Region bedienen. Für ein Projekt zwischen CHF 20'000 und 80'000 ist das häufig die bessere Passung — nicht weil die Qualität anders wäre, sondern weil ein kleines Team an einem solchen Projekt tatsächlich interessiert ist.
Wir sitzen in Wädenswil und arbeiten für Kunden in der Stadt Zürich, am See und im Kanton Zug. Ein Termin in der Stadt ist zwanzig Minuten S-Bahn entfernt. Wenn Sie ein Projekt in dieser Grössenordnung haben, lohnt sich der Vergleich.
Häufige Fragen
Was kostet ein Entwicklertag in Zürich?
Freelancer liegen bei CHF 700 bis 1'200, kleine Studios bei CHF 950 bis 1'450, mittlere Agenturen bei CHF 1'300 bis 1'850 und Beratungshäuser bei CHF 1'900 bis 2'800 pro Tag.
Ist ein höherer Tagessatz besser?
Nicht zwingend. Entscheidend ist Satz mal Anzahl Tage. Ein Anbieter für CHF 1'000, der 60 Tage braucht, ist teurer als einer für CHF 1'500, der 35 braucht. Verlangen Sie deshalb eine Schätzung in Tagen pro Funktionsbereich.
Welche Fragen sollte man jedem Anbieter stellen?
Die drei wichtigsten: Wem gehören Code und Daten nach der Schlusszahlung? Welche fremden Bausteine kosten laufend Geld? Und wie sieht die Übergabe aus, wenn man sich trennt? Wer hier ausweicht, gehört nicht in die engere Auswahl.
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Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich. Wir nennen eine Bandbreite für Aufwand und Kosten — und sagen ab, wenn es sich nicht lohnt.
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