«Liegen die Daten in der Schweiz?» ist inzwischen eine der ersten Fragen in Erstgesprächen — besonders bei Praxen, Kanzleien und Treuhandbüros. Die Antwort ist einfacher und günstiger, als viele annehmen.
Wann Schweizer Hosting nötig ist
Rechtlich verlangt das DSG kein Hosting in der Schweiz. Es verlangt angemessenen Schutz im Zielland oder gleichwertige Garantien. Die EU gilt als angemessen.
Praktisch empfehlen wir trotzdem eine klare Abstufung:
| datenart | empfehlung | grund |
|---|---|---|
| Gesundheitsdaten | Schweiz | besonders schützenswert, Patientenerwartung |
| Mandanten- und Kanzleidaten | Schweiz | Berufsgeheimnis |
| Personal- und Lohndaten | Schweiz oder EU | besonders schützenswert |
| Kundenstammdaten, Aufträge | Schweiz oder EU | meist unproblematisch |
| Öffentliche Website | frei | keine besonderen Anforderungen |
Neben der Rechtslage gibt es einen zweiten, oft entscheidenden Grund: die Erwartung Ihrer Kunden. Ein Patient, der fragt, wo seine Daten liegen, will keine Erläuterung zu Angemessenheitsbeschlüssen hören. «In Zürich» ist die Antwort, die Vertrauen schafft.
Was es kostet
Für eine typische KMU-Anwendung mit einigen Dutzend Nutzern:
| variante | kosten / monat |
|---|---|
| Server bei internationalem Anbieter | CHF 25–70 |
| Server bei Schweizer Anbieter | CHF 45–120 |
| Verwaltete Datenbank Schweiz | CHF 30–90 |
| Backup-Ablage | CHF 5–20 |
| Überwachung und Alarmierung | CHF 10–30 |
Der Aufpreis für Schweizer Hosting liegt bei einer typischen KMU-Anwendung im Bereich von wenigen Dutzend Franken monatlich. Gemessen an der Diskussion, die er auslöst, ist das erstaunlich wenig — bei heiklen Daten ist die Frage schlicht keine Kostenfrage.
Sieben Auswahlkriterien
- Standort der Rechenzentren. Nicht der Firmensitz zählt, sondern wo die Server stehen. Manche Anbieter mit Schweizer Adresse betreiben Infrastruktur im Ausland.
- Wer ist Eigentümer? Bei ausländischer Muttergesellschaft können fremde Rechtsordnungen theoretisch Zugriff verlangen. Für Berufsgeheimnisträger ein relevanter Punkt.
- Backup-Konzept. Wie oft, wie lange aufbewahrt, an welchem zweiten Standort.
- Zusicherungen zur Verfügbarkeit. Und vor allem: Was passiert, wenn sie nicht eingehalten werden?
- Support auf Deutsch, zu Schweizer Zeiten. Klingt banal, ist es bei einem Vorfall am Freitagabend nicht.
- Zertifizierungen. ISO 27001 ist ein brauchbarer Anhaltspunkt, keine Garantie.
- Ausstiegsmöglichkeit. Wie kommen Sie an Ihre Daten, in welchem Format, in welcher Frist?
Wir arbeiten je nach Anforderung mit verschiedenen Schweizer Anbietern. Welcher passt, hängt vom Projekt ab — wir legen die Wahl und ihre Gründe im Angebot offen.
Backups, die tatsächlich funktionieren
Ein Backup ist erst dann eines, wenn die Wiederherstellung getestet wurde. Diesen Satz hört jeder, und trotzdem wird der Test in den meisten Betrieben nie gemacht.
Was in unseren Projekten Standard ist:
- Tägliche vollständige Sicherung, 30 Tage aufbewahrt
- Zusätzlich monatliche Sicherung, 12 Monate aufbewahrt
- Ablage an einem zweiten Standort, getrennt vom Betriebssystem
- Regelmässiger Wiederherstellungstest mit protokolliertem Ergebnis
- Definierter Wiederherstellungspunkt: maximal 24 Stunden Datenverlust
- Definierte Wiederanlaufzeit: unter 4 Stunden für die Anwendung
Die letzten beiden Punkte gehören in den Vertrag. Ohne sie wissen Sie im Ernstfall nicht, womit Sie rechnen können.
Verfügbarkeit realistisch einschätzen
| zusicherung | ausfall pro jahr | angemessen für |
|---|---|---|
| 99,0 % | 3,65 Tage | interne Werkzeuge ohne Zeitdruck |
| 99,5 % | 1,83 Tage | die meisten KMU-Anwendungen |
| 99,9 % | 8,8 Stunden | kundenseitige Systeme |
| 99,99 % | 53 Minuten | selten nötig, deutlich teurer |
Für die meisten KMU sind 99,5 Prozent völlig ausreichend. Der Sprung auf 99,99 Prozent verlangt doppelte Infrastruktur und Bereitschaftsdienst — das vervielfacht die Betriebskosten für einen Nutzen, den die wenigsten wirklich brauchen.
Der Ausstieg gehört in den Vertrag
Der Punkt, der am häufigsten fehlt und am teuersten wird. Klären Sie vor Vertragsabschluss:
- In welchem Format bekommen Sie Ihre Daten heraus?
- Innerhalb welcher Frist?
- Was kostet der Export?
- Bekommen Sie auch die Konfiguration, nicht nur die Daten?
- Wie lange bleiben Daten nach Vertragsende gespeichert, und wann werden sie gelöscht?
Bei uns ist das in den AGB geregelt: Export vollständig, ohne Gebühr, in strukturiertem Format. Wir halten das für selbstverständlich — es ist aber nicht überall so, und Sie sollten explizit danach fragen.
Häufige Fragen
Ist Hosting in der Schweiz gesetzlich vorgeschrieben?
Nein. Das DSG verlangt angemessenen Schutz im Zielland oder gleichwertige Garantien; die EU gilt als angemessen. Für Gesundheits- und Mandantendaten empfehlen wir Schweizer Hosting trotzdem — auch wegen der Erwartung Ihrer Kunden.
Was kostet Schweizer Hosting im Vergleich?
Ein Server bei einem Schweizer Anbieter kostet CHF 45 bis 120 monatlich gegenüber CHF 25 bis 70 international. Der Aufpreis liegt bei einer typischen KMU-Anwendung im Bereich weniger Dutzend Franken.
Welche Verfügbarkeit braucht ein KMU?
In den meisten Fällen 99,5 Prozent, was rund 1,8 Tagen Ausfall pro Jahr entspricht. Der Sprung auf 99,99 Prozent verlangt doppelte Infrastruktur und Bereitschaftsdienst und lohnt sich selten.
Was muss zum Ausstieg im Vertrag stehen?
In welchem Format und in welcher Frist Sie Ihre Daten erhalten, was der Export kostet, ob die Konfiguration mitkommt und wann Daten nach Vertragsende gelöscht werden.
Ihr Projekt besprechen?
Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich. Wir nennen eine Bandbreite für Aufwand und Kosten — und sagen ab, wenn es sich nicht lohnt.
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