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Hosting in der Schweiz: Anbieter, Kosten und Auswahlkriterien

Schweizer Hosting kostet weniger Aufpreis als die meisten annehmen. Wann es nötig ist und worauf man bei der Auswahl achtet.

Webstra · 7 Min. Lesezeit · 26.05.2026
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stand26.05.2026
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Rechenzentrum für Schweizer Hosting
inhalt
  1. Wann Schweizer Hosting nötig ist
  2. Was es kostet
  3. Sieben Auswahlkriterien
  4. Backups, die funktionieren
  5. Verfügbarkeit realistisch einschätzen
  6. Der Ausstieg gehört in den Vertrag

«Liegen die Daten in der Schweiz?» ist inzwischen eine der ersten Fragen in Erstgesprächen — besonders bei Praxen, Kanzleien und Treuhandbüros. Die Antwort ist einfacher und günstiger, als viele annehmen.

Wann Schweizer Hosting nötig ist

Rechtlich verlangt das DSG kein Hosting in der Schweiz. Es verlangt angemessenen Schutz im Zielland oder gleichwertige Garantien. Die EU gilt als angemessen.

Praktisch empfehlen wir trotzdem eine klare Abstufung:

datenartempfehlunggrund
GesundheitsdatenSchweizbesonders schützenswert, Patientenerwartung
Mandanten- und KanzleidatenSchweizBerufsgeheimnis
Personal- und LohndatenSchweiz oder EUbesonders schützenswert
Kundenstammdaten, AufträgeSchweiz oder EUmeist unproblematisch
Öffentliche Websitefreikeine besonderen Anforderungen

Neben der Rechtslage gibt es einen zweiten, oft entscheidenden Grund: die Erwartung Ihrer Kunden. Ein Patient, der fragt, wo seine Daten liegen, will keine Erläuterung zu Angemessenheitsbeschlüssen hören. «In Zürich» ist die Antwort, die Vertrauen schafft.

Was es kostet

Für eine typische KMU-Anwendung mit einigen Dutzend Nutzern:

variantekosten / monat
Server bei internationalem AnbieterCHF 25–70
Server bei Schweizer AnbieterCHF 45–120
Verwaltete Datenbank SchweizCHF 30–90
Backup-AblageCHF 5–20
Überwachung und AlarmierungCHF 10–30

Der Aufpreis für Schweizer Hosting liegt bei einer typischen KMU-Anwendung im Bereich von wenigen Dutzend Franken monatlich. Gemessen an der Diskussion, die er auslöst, ist das erstaunlich wenig — bei heiklen Daten ist die Frage schlicht keine Kostenfrage.

Sieben Auswahlkriterien

  1. Standort der Rechenzentren. Nicht der Firmensitz zählt, sondern wo die Server stehen. Manche Anbieter mit Schweizer Adresse betreiben Infrastruktur im Ausland.
  2. Wer ist Eigentümer? Bei ausländischer Muttergesellschaft können fremde Rechtsordnungen theoretisch Zugriff verlangen. Für Berufsgeheimnisträger ein relevanter Punkt.
  3. Backup-Konzept. Wie oft, wie lange aufbewahrt, an welchem zweiten Standort.
  4. Zusicherungen zur Verfügbarkeit. Und vor allem: Was passiert, wenn sie nicht eingehalten werden?
  5. Support auf Deutsch, zu Schweizer Zeiten. Klingt banal, ist es bei einem Vorfall am Freitagabend nicht.
  6. Zertifizierungen. ISO 27001 ist ein brauchbarer Anhaltspunkt, keine Garantie.
  7. Ausstiegsmöglichkeit. Wie kommen Sie an Ihre Daten, in welchem Format, in welcher Frist?

Wir arbeiten je nach Anforderung mit verschiedenen Schweizer Anbietern. Welcher passt, hängt vom Projekt ab — wir legen die Wahl und ihre Gründe im Angebot offen.

Backups, die tatsächlich funktionieren

Ein Backup ist erst dann eines, wenn die Wiederherstellung getestet wurde. Diesen Satz hört jeder, und trotzdem wird der Test in den meisten Betrieben nie gemacht.

Was in unseren Projekten Standard ist:

Die letzten beiden Punkte gehören in den Vertrag. Ohne sie wissen Sie im Ernstfall nicht, womit Sie rechnen können.

Verfügbarkeit realistisch einschätzen

zusicherungausfall pro jahrangemessen für
99,0 %3,65 Tageinterne Werkzeuge ohne Zeitdruck
99,5 %1,83 Tagedie meisten KMU-Anwendungen
99,9 %8,8 Stundenkundenseitige Systeme
99,99 %53 Minutenselten nötig, deutlich teurer

Für die meisten KMU sind 99,5 Prozent völlig ausreichend. Der Sprung auf 99,99 Prozent verlangt doppelte Infrastruktur und Bereitschaftsdienst — das vervielfacht die Betriebskosten für einen Nutzen, den die wenigsten wirklich brauchen.

Der Ausstieg gehört in den Vertrag

Der Punkt, der am häufigsten fehlt und am teuersten wird. Klären Sie vor Vertragsabschluss:

Bei uns ist das in den AGB geregelt: Export vollständig, ohne Gebühr, in strukturiertem Format. Wir halten das für selbstverständlich — es ist aber nicht überall so, und Sie sollten explizit danach fragen.

Serverinfrastruktur und Betrieb

Häufige Fragen

Ist Hosting in der Schweiz gesetzlich vorgeschrieben?

Nein. Das DSG verlangt angemessenen Schutz im Zielland oder gleichwertige Garantien; die EU gilt als angemessen. Für Gesundheits- und Mandantendaten empfehlen wir Schweizer Hosting trotzdem — auch wegen der Erwartung Ihrer Kunden.

Was kostet Schweizer Hosting im Vergleich?

Ein Server bei einem Schweizer Anbieter kostet CHF 45 bis 120 monatlich gegenüber CHF 25 bis 70 international. Der Aufpreis liegt bei einer typischen KMU-Anwendung im Bereich weniger Dutzend Franken.

Welche Verfügbarkeit braucht ein KMU?

In den meisten Fällen 99,5 Prozent, was rund 1,8 Tagen Ausfall pro Jahr entspricht. Der Sprung auf 99,99 Prozent verlangt doppelte Infrastruktur und Bereitschaftsdienst und lohnt sich selten.

Was muss zum Ausstieg im Vertrag stehen?

In welchem Format und in welcher Frist Sie Ihre Daten erhalten, was der Export kostet, ob die Konfiguration mitkommt und wann Daten nach Vertragsende gelöscht werden.

Ihr Projekt besprechen?

Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich. Wir nennen eine Bandbreite für Aufwand und Kosten — und sagen ab, wenn es sich nicht lohnt.

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