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Software für Arztpraxen: Was 2026 wirklich digitalisiert gehört

Nicht alles muss digital werden. Diese fünf Bereiche bringen in einer Praxis messbar Zeit — und drei, die man getrost lassen kann.

Webstra · 9 Min. Lesezeit · 28.07.2026
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stand28.07.2026
abschnitte6
faq4 Fragen
Digitalisierung in einer Arztpraxis
inhalt
  1. Wo die Zeit tatsächlich verloren geht
  2. Fünf Bereiche mit klarem Nutzen
  3. Drei, die man lassen kann
  4. Verhältnis zur Praxissoftware
  5. Datenschutz bei Gesundheitsdaten
  6. Kosten und Reihenfolge

Praxen bekommen viele Digitalisierungsangebote. Die meisten versprechen dasselbe und lassen offen, wo genau die Zeitersparnis herkommt. Dieser Artikel geht die Bereiche durch, die wir in Praxisprojekten im Raum Zürich tatsächlich gemessen haben.

Wo die Zeit tatsächlich verloren geht

Wenn wir eine Praxis anschauen, verteilt sich der administrative Aufwand ziemlich verlässlich so:

bereichanteil admin-zeitautomatisierbar
Telefon: Termine buchen und verschieben25–35 %hoch
Stammdaten und Anamnese erfassen10–15 %hoch
Eingehende Berichte zuordnen10–15 %mittel bis hoch
Rezept- und Überweisungsanfragen10–15 %mittel
Abrechnung und Rückfragen Kassen15–20 %gering
Übriges10–20 %gering

Auffällig ist die erste Zeile. Ein erheblicher Teil der Zeit am Empfang geht für etwas drauf, das Patienten problemlos selbst erledigen könnten — wenn man sie liesse und die Regeln richtig setzt.

Fünf Bereiche mit klarem Nutzen

1. Online-Terminbuchung mit strengen Regeln

Der wichtigste Punkt steckt im Wort «Regeln». Eine offene Buchung, bei der jeder alles buchen kann, richtet mehr Schaden an als sie nützt. Was funktioniert: bestimmte Terminarten freigeben, Dauer je Art festlegen, Mindestvorlauf definieren, Anzahl pro Tag begrenzen, Neupatienten anders behandeln als Bekannte.

Dazu automatische Erinnerungen 48 und 24 Stunden vorher per SMS. Das Nichterscheinen geht dadurch spürbar zurück — in unseren Projekten war das jeweils die Zahl, die am schnellsten sichtbar wurde.

2. Digitale Anmeldung vor dem Termin

Der Patient erhält nach der Buchung einen Link und füllt Stammdaten, Versicherung und Anamnese auf dem Handy aus. Am Empfang ist alles bereits im System.

Der Nutzen ist doppelt: Die Erfassungszeit entfällt, und die Datenqualität steigt deutlich. Selbst getippte Angaben sind besser lesbar als Formulare, die im Wartezimmer schnell ausgefüllt wurden.

3. Strukturierter Eingang für Rezepte und Überweisungen

Statt Anrufe während der Sprechstunde ein Formular, das die nötigen Angaben abfragt. Die Anfragen landen in einer Liste, die die MPA vorbereitet und die ärztliche Leitung freigibt — gebündelt zu einem passenden Zeitpunkt statt verteilt über den Tag.

4. Automatische Zuordnung eingehender Dokumente

Berichte von Spitälern, Labors und Kollegen werden ausgelesen, dem richtigen Patienten zugewiesen und zur Freigabe vorgelegt. Der Kontrollschritt bleibt zwingend beim medizinischen Personal — die Maschine schlägt vor, der Mensch bestätigt.

5. Praxiskennzahlen

Auslastung nach Wochentag und Tageszeit, Verteilung der Terminarten, Ausfallquote, Wartezeiten. Klingt nach Verwaltung, ist aber die Grundlage für zwei Entscheidungen, die viel Geld bewegen: Personalplanung und Öffnungszeiten.

Drei Bereiche, die man getrost lassen kann

Verhältnis zur bestehenden Praxissoftware

Die häufigste Sorge im Erstgespräch: «Müssen wir dann unsere Praxissoftware ersetzen?» Nein — und wir raten aktiv davon ab. Diese Systeme sind über Jahre gewachsen, decken Abrechnung und Dokumentation ab und sind auf die Schweizer Tarifstruktur ausgelegt.

Was wir bauen, setzt davor an: Terminbuchung, Anmeldung, Kommunikation, Dokumenteneingang. Verbunden wird beides über eine Schnittstelle, sofern Ihr System eine bietet, sonst über geplante Exporte. Für Terminabgleich reicht in der Praxis ein Abgleich alle paar Minuten völlig aus.

Datenschutz bei Gesundheitsdaten

Gesundheitsdaten sind nach revidiertem Schweizer DSG besonders schützenswerte Personendaten. Was das praktisch bedeutet:

Wir sind keine Rechtsberatung. Die abschliessende datenschutzrechtliche Beurteilung liegt bei Ihnen oder Ihrem Rechtsdienst; wir liefern die technische Grundlage und die Dokumentation dafür.

Kosten und sinnvolle Reihenfolge

schrittaufwanddauer
Online-Termine mit Erinnerungen6–12 Personentage4–8 Wochen
Digitale Anmeldung / Anamnese8–16 Personentage5–9 Wochen
Sichere Patientenkommunikation10–20 Personentage6–10 Wochen
Dokumentenzuordnung mit KI12–25 Personentage8–12 Wochen
Vollständiges Praxisportal25–45 Personentage4–7 Monate

Aufwand in Personentagen, nicht Preis: So können Sie mit dem Tagessatz Ihres Anbieters selbst rechnen. Was ein Vorhaben bei uns kostet, nennen wir im kostenlosen Erstgespräch.

Unsere Empfehlung zur Reihenfolge: Terminbuchung zuerst. Der Nutzen ist am schnellsten sichtbar, die Umstellung für das Team am kleinsten, und Sie sammeln Erfahrung, bevor grössere Beträge gebunden sind. Digitale Anmeldung als zweiter Schritt, weil sie auf der Terminbuchung aufbaut.

Für Praxen im Raum Zürich kommen wir für das Erstgespräch vorbei. Wir schauen uns einen typischen Vormittag am Empfang an — das sagt mehr über die tatsächlichen Zeitfresser als jede Anforderungsliste.

Praxisempfang mit digitaler Terminverwaltung

Häufige Fragen

Müssen wir unsere Praxissoftware ersetzen?

Nein, und wir raten davon ab. Die Praxissoftware bleibt für Krankengeschichte und Abrechnung. Ergänzende Software setzt davor an — Terminbuchung, Anmeldung, Kommunikation — und wird über eine Schnittstelle verbunden.

Wie stark reduziert Online-Terminbuchung die Telefonzeit?

Telefonate für Terminbuchung und -verschiebung machen in Praxen typischerweise 25 bis 35 Prozent der Administrationszeit aus. Ein grosser Teil davon lässt sich verlagern, wenn die Buchungsregeln richtig gesetzt sind.

Dürfen Patientendaten in der Cloud liegen?

Gesundheitsdaten sind nach revidiertem DSG besonders schützenswert. Schweizer Hosting ist nicht zwingend vorgeschrieben, in der Praxis aber die einfachere Antwort gegenüber Patienten und Aufsicht. Verschlüsselung, Zugriffsprotokoll und ein Auftragsbearbeitungsvertrag gehören dazu.

Womit sollte eine Praxis anfangen?

Mit der Online-Terminbuchung. Der Nutzen ist am schnellsten sichtbar, die Umstellung für das Team am kleinsten, und die digitale Anmeldung baut später darauf auf.

Ihr Projekt besprechen?

Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich. Wir nennen eine Bandbreite für Aufwand und Kosten — und sagen ab, wenn es sich nicht lohnt.

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